Mittwoch, 17. Juni 2026

31.05.2026 Bagneres-de-Bigorre - Lourdes, 8km (zu Fuss)

 

Wir sitzen in einer Bar am Platz. Heute ist Markttag, so richtige Lust will und will nicht aufkommen.

Auch meinem Mann ist mittlerweile alles ein bisschen zu viel. Man wird halt nicht jünger. Eigentlich war unser hochgestecktes Ziel Oloron St. Marie. Jetzt, wo wir beide Rentner sind, gibt es den Zeitdruck ja nicht mehr. Wir buchen die Rückfahrkarten und statt zwei drei Tage in Lourdes. Keine so gute Idee.

Hier angekommen, macht auch diese Stadt nicht den saubersten Eindruck. Am Eingang zum Platz der Basilika werden unsere Rucksäcke kontrolliert. Mir ist das hier alles etwas befremdlich. Es ist ebend nicht Rom und schon gar nicht Assisi. Die ursprüngliche Pilgerherberge wird nicht mehr betrieben. Wir haben in einem Gästehaus ein Doppelzimmer gebucht, winzig, Duschen auf dem Gang, alt, das Personal zwar nett, aber das Haus gewöhnungsbedürftig, vor allem der Geruch. Das Gute, der kurze Weg zum Heiligtum. Wir beobachten die Zeremonie der abendlichen Prozession. Die Menschenmassen halten sich in Grenzen, die Anlage ist sehr gepflegt, weitläufig, aber nicht Rom. Eine Straße mit Souvenirladen an Souvenirladen. Wir freuen uns auf zu Hause morgen.


Erkenntnis des Tages : Auch Pilger altern.

30.05.2026 Bourg-de-Bigorre - Bagneres-de-Bigorre, 23km

 

Der Wetterbericht hatte Abkühlung vorher gesagt. Eigentlich will man hier nicht weg. Um sieben erwarte uns ein außergewöhnliches französisches le petit dejeneur. Kleine Pfannkuchen, Apfelmus, Marmeladen, Käse, verschiedene Brote, Joghurt, Saft... . Herrlich ! Dennoch sind wir bezeiten auf den Beinen, wir planen, über die Abbaye de l' Escaladieu zu gehen und Straße zu nehmen, die anderen den ausgeschilderten Weg über den Col des Palomieres, aber ein 900 m hoher Anstieg ist und zu viel. Zunächst erreichen wir auch zügig die Abbaye, sind bereits um 9.00 Uhr dort, um 10.00 öffnet sie. Gerade als wir nach ein paar Fotos weite r gehen wollen, kommt die nette Kassiererin angefahren und erlaubt uns, kostenlos vor der Öffnungszeit, das alte Zistersienserkloster zu besichtigen. Eine Stunde zieht die Ausstellung uns in ihren Bann. Es nieselt leicht, es geht Asphaltstraße begauf, stetig bergauf. Mehrmals wechsle ich das T-Shirt durchgeschwitzt. Die Straße zieht sich, eine Abwechslung bietet kurz die Überquerung eine Kuhherde, und später die Rast an einer Kapelle. Als wir in Bagneres-de-Bigorre ankommen, stehen wieder 22 km auf dem Tacho. Das Eingangsschild lockt zwar mit dem Label einer Blumenstadt, davon sehen wir aber nichts. Allerdings lassen die alten herrschaftlichen Stadtvillen, heute allerdings lieblos erhaltenen, Stadtvillen erahnen, dass wegen der Therme hier mal ein wohl auch touristisches Leben geherrscht haben musste. Vielleicht ist unsere Wahrnehmung an diesem Nachmittag auch eine andere, die schmerzenden Knochen, das Wetter, und meist liegen die Herbergen auch nicht gerade in den vornehmen Stadtvierteln. Die Pilgerherberge ist schnell gefunden, die Begrüßung herzlich, die Zimmer in Ordnung, die Duschen grenzwertig. Wir sind müde und kaputt. In der Stadt gibt es viele Restaurants. Wir essen Gallete, im Fensterbrett liegen Fliegen. Meine Stimmung kippt. Wir beschließen,-morgen Bus und Zug nach Lourdes zu nehmen.




29.05.2026 Lannemezan - Capvern - Bourg-de-Bigorre, 14km (zu Fuss)

 

Der Hausherr füllt uns morgens noch die Wasserflaschen und sperrt das Tor auf. Wir stapfen zurück in die Stadt, nehmen den ersten Bus und fahren ins ca 5 km entfernte Capvern, in der einzigen Boulangerie am Platz frühstücken wir und kaufen ein paar Lebensmittel ein. Wenn man die Orte hier entlang des Weges genauer ansieht, erscheinen viele Häuser verlassen und verfallen, es gibt kaum noch Geschäfte, die Menschen fahren in die Supermärkte an die Peripherie der größeren Städte, geschweige denn eine Bar oder ein Restaurant. Das ist für Pilger schon eine Herausforderung. Du musst immer etwas Proviant und Wasser im Rucksack haben. Was allerdings jeder noch so kleine Ort hat, eine Mairie, oft geschlossen, aber zumindest eine Bank davor und manchmal auch eine Wasserstelle. Heute sind es nicht allzuviel km bis zum Tagesziel und vor allem nicht soviel Höhenmeter. Es geht auf kleinen Asphaltsträßchen durch kleine Weiler mit weidenden Kühen und man hat immer den über 2.000 m hohen Pic du Midi de Bigorre vor sich. Es ist wieder sehr warm, dennoch geht es gut voran und am Campingplatz Le Moulin des Baronnies gibt es ne Pause. Die Gite hier war leider ausgebucht und wir mussten uns bei der Planung eine andre Unterkunft suchen. Dennoch gönnen wir uns Eis plus Cola und vertragen das auch gut. Bald erreichen wir das winzige Dörfchen Bourg-de-Bigorre und La Caminade, unsere heutige Unterkunft, was für eine hübsche Gite und was für nette Gastgeber. Wir haben einen kleinen Rulotte, der etwas abseits des Haupthauses auf einer Wiese steht, genießen die Dusche, leider mangels Badesachen, den Pool nicht und abends gibt’s ein gemeinsames Abendessen mit drei Gängen, selbstgemachte Quiche mit Salat, Hähnchen mit Kürbismouse, und zum Dessert Choclatecookies. Ir sind acht Fuß- und zwei Radpilger, und eine Französin kann gut deutsch und wir kommen angenehm ins Gespräch. Was für ein herrlicher Wandertag.


Erkenntnis des Tages : Ein Pilgertag wie man sich ihn wünscht.




28.05.2026 Barbazan - Lannemezan, 8,5km

 

Was für ein Tag, gut begann er, Silvie, die Vermieterin, arbeitet in Montrejeau, von dort geht ein Zug nach Lannemezan und von hier ein Bus nach Lortet. So dass wir heute nicht bei der Hitze über die Berge müssen. Die nette Gastgeberin arbeitet als Musiklehrerin an der Musikschule in Montrejeau, sie nimmt uns morgens mit. Wir testen mal wieder französiche Verkehrsmittel und sind erstaunt über Pünktlichkeit und Preise. Anscheinend kostet hier jede Busfahrt, egal wohin, 2,- Euro. In Lortet angekommen geht’s nochmal zwei km leicht bergauf in den Ort. Uns kommen zwei französische Pärchen völlig fertig

entgegen. Sie haben tatsächlich die Strecke über die Berge unter die Füße genommen. Wie froh sind wir, dass wir heute die Pilgerherberge in Lortet gebucht haben. Die finden wir auch schnell und ein Schild Accueil Pelerin grüßt am Eingang. Doch als wir um das Haus gehen und einen geöffneten Eingang zu den Pilgerzimmern entdecken, überkommt uns Ekel, schock schwere Not, was für eine Kaschemme. Schleht reherchiert ? Die bietet auf booking auch Zimmer im Haus an, ein Blick durch verdreckte Fenster, lässt allerdings erahnen, dass es drinnen auch nicht besser aussieht. Zwei versiffte Doppelstockbetten, ein Wäschehaufen, vergammelte Bananen und vertrocknetes Brot auf dem Tisch, irgendetwas Undefinierbares im Kühlschrank. Ich texte die Vermieterin an, in der Hoffnung, dass es die falsche Unterkunft ist und schicke Fotos mit, als diese bestätigt und einlädt, es uns doch schon einmal gemütlich zu machen, verschwinden wir und checken Unterkünfte in der Nähe, da gibt’s aber nichts bezahlbares. In Lannemezan, von wo aus wir heute morgen kamen, gibt’s noch ein Doppelzimmer außerhalb der Stadt für 40,- Euro. Also wieder zwei km bis zum Bus, zwei Stunden warten, und in L. nochmal zwei km bis zur Unterkunft. Ein älteres Ehepaar, ein altes jedoch sauberes Zimmer, ordentliche Betten und saubere

Dusche. Auf jeder Etappe ist einmal der Wurm drin. Die Stimmung im Keller. Die zwei Stunden an der Haltestelle nutzen wir, um den morgigen Tag zu planen. Wir müssen sehr früh los.


Erkenntnis des Tages: Mal wieder zu genau falsch geplant.


26.05.2026 Juzet-d'Izaut - Barbanzan 19 km

 

Um sieben Frühstück im Pilgerzimmer, selfmade, Kaffeemaschine, Brot, Milch im Kühlschrank, Marmelade.

Gegenüber eine Boulangerie, Croissants, Baguette al Proviant. Die junge Französin geht nach uns los, die beiden Profipilger sind bereits los. Kurz hinter Juzet muss man sich entscheiden, weiter Straße langsam bergauf, dafür länger oder Wanderweg, steil, dafür kürzer. Die Wahl nimmt uns das Paar von gestern am Col ab, während sie freundlich grüßt, muffelt er wieder nur, da hat mein Mann schnell entschieden, die nehmen Wanderweg, als nehmen wir Straße. Und es zieht sich und zieht sich und zieht sich. Laufend wechseln wir die Straßenseiten, um im Schatten gehen zu können. Am Col endlich angekommen, gibt es dort oben einen hübshen Campingplatz mit Restaurant. Ferme. Nur am Weekend offen, erklärt uns der junge Mann und nach Bitten und Betteln verkauft er uns wenigstens zwei Cola, die sind im Nu hinuntergelaufen. Herrlich. Kurz darauf geht es einen Waldweg hinab nach Saint-Pe-d' Ardet, steinig, ich komme nur langsam voran, obwohl im Schatten, blendet die Sonne. Im Dorf gibt’s ne Kneipe, wir verlangen Cola und Wasser mit Gas und mischen es, null komma nix getrunken. Wir checken die Busverbindungen, 36 Grad. Langsam schleppen wir uns bis Ore, das ist nicht weit und ab hier gibt’s eine Bus nach Barbazan. Am liebsten wülrde ich mich irgendwo in den Schatten legen und liegen bleiben. An der Kirche gibt’s eine Bank im Schatten, ich leg mich drauf und rühre mich nicht. Wir brauchen dringend eine Pause, obwohl wir ja erst zwei Tage nach dem Pausentag unterwegs sind. An der Bushatestelle schicke ich meinen Mann ins gegenüberliegende Autohaus Wasser holen. In Barbazan schließlich geht’s nochmal schattenlos ca einen Kilometer sanft bergauf. Die Gite ist schön und modern, wir haben das Ferienhaus allein und ich frag, ob wir einen Tag länger bleiben dürfen, das Wort Kaputt versteht man, glaube ich, auf jeder Sprache. Die Wirtin ist nett und macht einem angenehmen Preis, und in Anbetracht eines fehlenden Supermarktes fährt sie meinen Mann ins nächste Dorf, super. Morgen gibt’s nen Ruhetag, der Ventilator steht nicht still.


27.05.2026 Barbazan


man geht heute nicht in die Berge , wir sitzen die Hitze aus.





25.05.2026 St. Lary - Juzet-d' Izaut 20 km zu Fuß über den Col de Portet d' Aspet, 7 km Auto

Wir starten beizeiten, denn es geht heute über einen der Cols auf der Voi Piemont. Und es wird heiß, ungewöhnlich warm für diese Jahreszeit und Region. Der Start lässt sich gut an, es ist Pfingstmontag, die Straße bis nach Portet -d' Aspet lä,uft sich gut, mystisch anmutende bemooste Laubbäume. Das kleine Dörfchen ist schnell erreicht, verschlafen wirkt es und man hat geht vom Departement Ariege ins Departement Haute Garonne.

Wir marschieren eine Kurve nah der anderen und Port- d Aspet wird immer kleiner, und jetzt kann man auch wieder die schneebedeckten Gipfel erkennen. Wir befinden uns halt mitten in den französischen Pyrenäen. Nach etwa zwei Stunden erreichen wir den Col, Radler und Motorradfahrer sind auch hier, den angekündigten Campingplatz allerdings mit Bar suchen wir erst mal vergeblich, setzen uns auf eine schattige Bank unter einem Baum und lassen uns von einem Biker vorm Gipfelschild fotografieren, Beweis ist Beweis. Da kommt uch schon recht zügig ein weiterer Pilger anmarschiert, diesmal muss ich ein Gipfelfoto von ihm schießen. Wir vepern gemeinsam und er berichtet, dass er schon fast alle französischen, spanischen und portugiesischen Caminos gepilgert ist. Henry ist 81 und kommt aus Orleans, und ist fit, Respekt. Nicht lange kommt ein weiterer Pilger herauf, mann erkennt sie immer an der Muschel am Rucksack, und kurz danach ein Paar, mit einer Holzmuschel an den Rucksäcken, die machen keine Pause, grüßen auch nicht und er schaut auch ziemlich grimmig. Meinem Mann wird’s jetzt zu blöd und mit fünf Pilgern zu viel. Wir ziehen langsam weiter, Henry ist uns bereits weit voraus. Klar, jetzt geht’s lange bergab, Rennradler kommen uns freundlich grüßend entgegen, Motorradfahrer knattern an uns vorbei. Das Monument eines 1995 hier verunglückten italienischen Tour de France Radlers ist beeindruckend, seit dem Unfall wurde übrigens die Helmpflicht eingefordert. Es ist heiß, das Wasser geht zur Neige, ich bleib hier, um den Parkplatz fürs eventuelle Trampen zu nutzen, ein Wagen hält, allerdings erklären uns die Männer, dass sie Angler sind und gar nicht in unsere Richtung fahren, öffnen aber kurzerhand den Kofferraum und holen geben uns aus ihrer Kühlbox eine große Flasche Wasser. Zweimal strecke ich noch den Daumen raus, vergeblich, wir ziehen weiter bis wir eine Brücke überqueren und jetzt hält doch tatsächlich ein Pärchen und nimmt uns bis Juzet mit. Er wandert selbst oft in den Bergen und kennt das, Hitze, Asphalt , Höhenmeter. Die Auberge in Juzet ist super, die Wirten spitze, taff, und obwohl mein Mann immer angibt, kein Französich zu sprechen, versteht er wohl ihre Frage nach dem Pilgerzimmer oder einem Chambre und antwortet prompt. Das Zimmer ist schlicht aber sauber. Duschen, Ruhen, 19.30 Pilgermenü im Gastraum. Perfekt. Man kann zwischen drei Hauptgerichten zu je 15,- Euro wählen und vielen Desserts. Mittlerweile-sind wir zu fünft. Henry, der Franzose, der einzelne Mann vom Col, Italiener, wir beiden und eine junge Französin. Sie installiert meinem Mann die CaminoApp und es wird ein trotz dreier gesprochener Sprachen wirklich angenehmer Pilgerabend. Die Wirtin stempelt die Pilgerpässe und erklärt uns den Ablauf des petit de jeneurs. Nach dem Essen verschwinden alle schnell in den Schlafsäcken.


St.Lary
Berg hoch !



am Col
Denkmal


angekommen in Juzet



Sonntag, 24. Mai 2026

 23.05.2026 Castillon-en-Couserans - Saint-Lary  (20 km Bus)

 

Zum Glück ist heute Samstag, da gibt’s einen Bus direkt nach St. Lary. So lassen wir's ruhig angehen, denn er fährt erst kurz vor eins. In der einzigen Bar am Platz gibt’s Cafe au lait, neben an im Dorf-Carrefour Proviant für die nächsten zwei Tage. Der Bus ist pünktlich und bringt uns hinauf bis nach St. Lary. Und was für ein hübsches Dörfchen, sauber, gepflegt, Ausgangspunkt für Wanderungen in den französischen Pyrenäen, Bikerstopp, mit einer Auberge Logis de France, die neben Hotelzimmer auch zwei kleine Studios hat, und eines davon beziehen wir für zwei Tage, Ruhetag mit Waschmaschine. Duschen, Waschen, Kochen, Essen, Schlafen, Rundgang durchs Örtchen, einen Kaffee und Eis. Und blog schreiben. 


 


So, 24. Mai Ruhetag in St. Lary

Frohe Pfingsten

 

 22.05.2026 Saint Lizier - Castillon-en-Couserans  20,2km

Meinem Mann geht’s wieder besser, es war zu heiß gestern. So besichtigen wir noch die Kathedrale, machen unseren obligatorischen Morgendreh und ziehen bergab, überqueren den Salat und nehmen den Wanderweg Richtung Moulis, durch gepflegte kleine Wohnsiedlungen, der Baustil einiger Häuser ähnelt manchmal schon den spanischer Finkas. Auch einige Straßennamen. Am Flüsschen Lez entlang führt die Route idyllisch bis nach Moulins, hier gönnen wir uns an einem Straßenpavillon wieder selbstgebackenen Croustard und eine längere Pause. Schwer kommt man dann wieder hoch, und fast jede Bank ist unsere. In Louzenac hoffen wir, auf einem Campingplatz etwas zu trinken zu kriegen, Fehlanzeige, schmutzig. Außerhalb von Engomer entdecken wir ein Wohnmobil, vor dem eine Frau sitzt. Hilfsbereit bietet sie uns Wasser und eine Sitzpause an. Wir kommen mit ihr wieder mit Hilfe des Googleübersetzers ins Gespräch, sie ist Zeugin Jehovas und zieht mit ihrem Wohnmobil durchs Land. Und ab jetzt geht’s nur noch schleppend eine kleinen Asphaltweg bis nach Castillon-en-Couserans. Ich bin fix und fertig als wir die Touristeninformation erreichen. Die Mitarbeiterin erklärt uns, dass es hier für diese Jahreszeit viel zu heiß sei und vermittelt uns zur Pilgerunterkunft, ein ehemaliges Kapellchen. Ausreichend für maximal zwei Pilger. Der Eingang zu Bad und Toilette erfolgt von der Straße, der zum Bett 20 m seitlich davon über den Spielplatz. Obwohl die Gemeinde mit einem großen Schild am Ortseingang als Commune halte Chemins de Compostelle wirbt, erscheint die Herberge doch ein bisschen ungepflegt, so dass wir kurzerhand unser Pilgermenü nach draußen verlagern und morgen den Bus nach St. Lary nehmen werden. Denn es wird hinein gehen in die französischen Pyrenäen und viele Höhenmeter warten auf uns. Da gibt’s den ersten Ruhetag.


Erkenntnis des Tages: Viel trinken !!!

 


 

 

21.05.2026 Clermont - Saint Lizier  14,7km

Morgens halten wir uns nicht lange beim Frühstück auf, es geht nach St. Lizier und wird heiß. Wir nehmen Wanderweg, vorbei an einsamen Gehöften, rechts und links viel Grün, herrliche Landschaft. Nur eben ziemlich warm, und mal wieder ein viel zu schwerer Ruksack. Wie man's macht ist's eben falsch. Letztes Jahr musste ich laufend mein Shirt wechseln, da es durchgeschwitzt war und es dermaßen kalt windete dort um Carcassone und Mirepoix, so dass ich unmöglich mit nassem Shirt hätte laufen können. Diese Jahr, mit einigen mehr Shirts im Gepäck schwitze ich ob der Höhenmeter zwar mehr, aber es ist so warm, dass ein Shirt im Nu in der Pause trocknet.

An einem kleinen Gehöft sehen wir einen alten Opa und fragen, ob wir auf seinen vorm Haus platzierten Stühlen eine kurze Pause machen dürfen, er kommt mit dazu, beginnt zu erzählen und ist sichtlich begeistert vom Googleübersetzer. Aber wir müssen weiter. Irgendwann tauchen dann schneebedeckte Berge vor uns auf, der Blick auf die Pyrenäen. Hier unten allerdings wird die Hitze unerträglich, wir schleppen uns hinunter nach Lescure bis zur Mairie, checken den Busfahrplan, füllen die Wasserflaschen und harren eine Stunde fast unbeweglich auf der Bank. Mit dem Bus geht’s dann bis St. Girons und weiter einen breiten Fahrweg am Salat(Fluss) entlang bis an eine Brücke, die hinüber nach St. Lizier führt. Und wie es sich für einen Bischofssitz gehört, natürlich bergauf, ohne Schatten. Die hiesige Pilgerherberge ist in einem ehemaligen Hotel untergebracht, heute Verwaltung und Touristeninformation. Es dauert etwas, bis wir die Schlüssel finden und eine Verantwortliche sich unser annimmt. Die Herberge ist erst ab 17.00 Uhr zugänglich, da wir aber mit Bus abgekürzt hatten, waren wir zu früh. Ohne Bus wäre ich zumindest heute gar nicht angekommen. Michelle, die Ehrenamtliche ist sehr nett, versorgt uns mit Stempel, Infos und ein paar Lebensmittel und Toilettenpapier aus dem abgeschlossenen Vorratsschrank. Meinem Mann geht’s nicht gut, Erkältung, Hitzeschlag, während Michelle und ich alles besprechen, liegt er heiß im Bett und schluckt fleißig Tabletten. Wir brauchen dringend einen Ruhetag !

Die vier Betten hier werden heute voll, spät kommt noch ein französisches Pärchen. Die Herberge ist sauber, es gibt Einmallaken und saubere Decken. Und wir schlüpfen mal wieder zeitig in die Schlafsäcke.


Erkenntnis des Tages: Man darf auch Bus nehmen.


 

 

 

20.05.2026 Le Mas de Azil - Clermont  14,6km

Wir haben gar nicht mitgekriegt, wie Alain heute morgen aufbrach. Er ist mit Zelt unterwegs, hat einen langen Tag vor sich.

Mittwochs ist Wochenmarkt in Mas de Azil, wir benötigen etwas Proviant und suchen ein kleine Bar für Cafe au lait und Croissant, begegnen Yvonne und ziehen los. Kurz hinter dem Städtchen die Grotte von Le Mas de Azil, eine Tunnelhöhle und prähistorischer Fundplatz, durch welche der Fluss Arize, die Straße und ein Fußweg führen. Vor der Grotte der Wasserfall, und ein hübscher großflächiger Picknick- und Rastplatz, heute tummeln sich am Morgen die Rasenmähermänner hier und pflegen das Gelände, wir nutzen ihre Pause, um den Morgendreh zu machen.

Spannend der Weg durch die Grotte, rechts die Arize, links der Verkehr, der Fußweg ist beleuchtet und nach etwa 500 m verlässt man die Höhle. Kurz darauf nehmen wir den ausgeschilderten Wanderweg und haben mal Matsch unter den Füßen, es muss hier echt stark geregnet haben.

Erst in Le Saret verlassen wir den Wald und ein Stück hin lockt eine Patisserie mit einer wunderschönen Hausmalerei für das hier bekannte Gebäck Croustades aux pommes, einem Apfelkuchen. Den gönnen wir uns, müssen allerdings einen ganzen kaufen, verschlingen ein paar Stücken warm und trinken Leitungswasser dazu. Hoffentlich geht das gut. Hinter Clermont gibt es nur eine mögliche Unterkunft, eine ältere in die Jahre gekommene Gite, namens Le Chateau, die vom 78jährigen Andre betrieben wird. Die Zimmer sind alt, da Bad sauber und mit dem Abendessen gibt er sich redlich Mühe. Wir essen zu dritt im Garten und schlüpfen bald in die Betten.



Erkenntnis des Tages: Warmer Apfelkuchen und kaltes Leitungswasser – geht .

 


19.05.2026 Montegut Plantaurel - Le Mas de Azil  17,9km

Virginie ist schon zur Arbeit, Manuel im homeoffice, der Frühstückstisch ist vorbereitet, es gibt Kaffee aus großen Schalen und wir erzählen mit dem Hausherrn. Es gibt eine Herzliche Verabschiedung und als ich die Rechnung bezahlen will, gibt er mir zu verstehen, dass mit der wie ich meinte Anzahlung, bereits alles beglichen ist, heißt, wir haben für 60,- Euro für zwei Personen ein sauberes Doppelzimmer mit eigenem Bad und leckere Halbpension bekommen. Super. Das Wort lecker übrigens fanden beide lustig.

Aus dem Ort hinaus geht es lange am Flüsschen Leze, das neben der Straße plätschert, entlang. Heiße Tage stehen uns bevor. Da ist man dankbar, wenn man diese hübschen Plätze in den kleinen Dörfchen findet, Mairie, Kirche, Wasser, Bank.

Kurz vor Mas de Azil ein Campingplatz, mit Bar und Pyrenäen-Cola. Der Ort ist nicht mehr weit und fast immer gehts zuerst in die Touristeninformation, Stempel und Adresse der Pilgerherberge gibt es von der Mitarbeiterin. Rue du Temple, gleich neben der Kirche,Toilette und Dusche parterre, winzige Kochgelegenheit auf halber Treppe, zwei Treppen hinauf zwei Schlafsäle.

Wir beziehen den hintersten, vorn schläft Alain, ein sympathischer Franzose, der sich echt freut über die Einladung zu Spaghetti und Tomatensoße.

Irgendwann kommt dann Yvonne, die sich ehrenamtlich für die Pilgerherberge engagiert, mit einem zweiten Stempel vorbei. Auch gut. Wir verschwinden alle drei ziemlich schnell in den Schlafsäcken.


Erkenntnis des Tages : Wir werden viel Wasser brauchen.

 







 18.05.2026 Pamiers - Montegut Plantaurel  26,4 km

 

Unsere Pilgertour auf der Voi Piemont Pyrenee geht weiter.

Nachdem wir im vergangenen Jahr entgegen unseres Vorhabens nur bis Pamiers und nicht wie geplant bis nach St. Lizier gelaufen sind, starten wir also in diesem Jahr in Pamiers. Je weiter wir auf dem Weg kommen und je südlicher wir einsteigen, um so länger gestaltet sich die Anreise. So kamen wir nach vier Zügen und einer Zwischenübernachtung Sonntag in Pamiers an, hatten ziemlich Stress mit der über booking.com gebuchten Ferienwohnung, der Typ wollte 300,- Euro Kaution überwiesen haben, was allerdings nur im Kleingedruckten stand und das auch erst nach der Buchung. Zack, storniert und zum Glück noch ein Hotelzimmer im einzigen Hotel am Platz gekriegt.

Fängt ja gut an !


Weiter im Plan, geht es nach gutem Schlaf endlich los.

Auf das Hotelfrühstück verzichten wir und besuchen erstmal

die Kirche Notre Dame du Camp, um vielleicht einen Stempel für den Pilgerpass zu bekommen. Uns bemerkt ein Mann, der gerade aus dem Beichtstuhl kommt und er führt uns ein paar Straßen weiter ins kirchliche Sekretariat, einen hübschen Stempel gibt’s und gute Wünsche für den Weg. Die brauchen wir heute. Nach dem Frühstück in einer Boulangerie im Stadtzentrum gehs flott hinaus und etwas hinauf, viel Matsch, wir schliddern laufend zurück, dabei sind wir erst in den Ausläufern der Pyrenäen. Oben, an einem kleinen Asphaltsträßchen fliegen dann erstemal die Stöcke auf die Straße. Zum Glück ist es bewölkt und wir trotten Sträßchen weiter. Keine Ortschaften liegen am Weg, einige hübsche Wohnhäuser und hurra eine Sitzgelegenheit für Pilger. Danke. Nach der Pause geht’s durch kleine Wäldchen, an Feldern entlang, mir Rast an der Mairie in Saint-Victore-Rouzaud, und ich bin ja immer beeindruckt von den teilweise ziemlich gepflegten Plätzen, mag der Ort auch noch so klein sein, es gibt Bänke, Wasserstellen und öffentliche Bücherschränke. Nur Bushaltestellen, die gibt’s nicht. Und so trotten wir immer weiter, Montegut Plantaurel kann man bald von oben sehen, auch die Straße, die in endlosen Kurven hinab führt, mehrmals chatte ich mit Virginie, der Besitzerin der heutigen Gite und verschiebe unsere Ankunftszeit.

Das Ehepaar ist sehr nett, Manuel spricht deutsch, das Zimmer ist sauber und eine große Dusche gibt’s auch. Zudem

Table d hote, die beiden kochen für uns, Zucchinisuppe, Kartoffelauflauf, Erdbeeren aus dem Garten und selbstverständlich Käse. Wir unterhalten uns angeregt und schlafen gut. Danke Euch beiden.


Erkenntnis des Tages : Langer Tag – fliegende Wanderstöcke- am Ende Gastfreundschaft und alles ist gut.

 





Samstag, 25. April 2026

Etappen 2025 Montpellier - Pamiers




Auf gehts !  Ultreira !



Straßburg - Montpellier






Eglise Saint Roch





 Übernachtung in Montpellier



 13.04.25    Montpellier - Beziers mit dem Zug, Übernachtung Hotel La Prison, Beziers


Beziers

Start im Regen


14.04.25 Beziers - Colombiers,  8 km, Übernachtung Pizzeria Restaurant La Montagne


 

 Canal du Midi und viele Schleusen

 

 

 

 

 

15.04.25 Colombiers - Capestang, 12 km, Übernachtung Aux berges du canal Capestang


 

 




immer am Canal entlang






 

 


Gegenverkehr


 

 Capestang


hübsche Gite und nette Gastgeberin


 

16.04.25 Capestang - Pouzols en Minervois, 25,5 km, Übernachtung Domaine de Creva-Tinas



 


 

 

Cruzy


der einzige Pilger, den wir treffen


kleine Pause
 


Domaine de Creva-Tinas
Gruppen -und Pilgerherberge
 

 
und wieder nette Gastgeberin

 


17.04.25 Pouzols en Minervois - Azille, 24 km, Übernachtung Canoinesses de la Mére de Dieu



 

 

 was für ein Wind

 

 


 

 


 

 
Azille
 


 der Kanonissen



herzlicher Empfang





Merci



18.04.25 Azille - Nähe Saint Frichoux, 13km, Übernachtung Domaine du Siestou



 

 


 

 






 

ein langer Wandertag - Gite zufällig am Wegesrand gefunden, lecker Halbpension

 


und wunderbare Gastgeber


19.04.25 Nähe Saint Frichoux- Carcassonne, 23km, Übernachtung Studio Mas Sarl


 

 

heute solls ein Stück mit dem Bus nach Carcasonne gehen

 


 aber das nette spanische Gast -Ehepaar aus der Gite sammelt uns auf 

 


  und zack , jetzt rauf zur Festung




 

 

 Dame Carcas


 

und viele Touristen



 

20.04.25 Ruhetag Carcassonne

 



 

der Weg der Katharer

 


Sightseeing



Hurra, eine Waschmaschine







Einkauf

Abendmenü



Snack

 Frühstück


 

 

21.04.25 Carcassonne - Montreal, 26km, Übernachtung Kommunale Pilgerherberge de Montréal-de-l'Aude

 


 

 





 immer noch windig




 



 Ferme ! Schade




 

Pilgerherberge


 


 

 

22.04.25 Montreal - Fanjeaux, 12km, Übernachtung Monastere de Prouilhe

 

 

 



 


 



 

 


 

 Monastere Prouihle



 




Herzlich empfangen von Schwester Lioba





Pilgerzimmer nur für uns


 



 23.04.25 Fanjeaux - Mirepoix, 23km, Übernachtung Gites de Mirepoix "le Presbytére"

 


 
 
 
 

 Fanjeaux
 
 

 
 

 

 
 Mirepoix
 


 




 

 
24.04.24 Mirepoix - Le Carlaret, 23km, Übernachtung privat Elisabeth Audouin, 156 Rte de
 la Gare, Le Carlaret
 


 


 Start morgens, es regnet schon wieder






Vals





 Ferme

 





 Sachen trocknen im kleinen Cafe in Vals


 

 

nach Le Carlaret



 

25.04.25 Le Carlaret - Pamiers, 10km, ohne Übernachtung Rückreise mit Zug nach Montpellier

Video Momente 1-3