Wir sitzen in einer Bar am Platz. Heute ist Markttag, so richtige Lust will und will nicht aufkommen.
Auch meinem Mann ist mittlerweile alles ein bisschen zu viel. Man wird halt nicht jünger. Eigentlich war unser hochgestecktes Ziel Oloron St. Marie. Jetzt, wo wir beide Rentner sind, gibt es den Zeitdruck ja nicht mehr. Wir buchen die Rückfahrkarten und statt zwei drei Tage in Lourdes. Keine so gute Idee.
Hier angekommen, macht auch diese Stadt nicht den saubersten Eindruck. Am Eingang zum Platz der Basilika werden unsere Rucksäcke kontrolliert. Mir ist das hier alles etwas befremdlich. Es ist ebend nicht Rom und schon gar nicht Assisi. Die ursprüngliche Pilgerherberge wird nicht mehr betrieben. Wir haben in einem Gästehaus ein Doppelzimmer gebucht, winzig, Duschen auf dem Gang, alt, das Personal zwar nett, aber das Haus gewöhnungsbedürftig, vor allem der Geruch. Das Gute, der kurze Weg zum Heiligtum. Wir beobachten die Zeremonie der abendlichen Prozession. Die Menschenmassen halten sich in Grenzen, die Anlage ist sehr gepflegt, weitläufig, aber nicht Rom. Eine Straße mit Souvenirladen an Souvenirladen. Wir freuen uns auf zu Hause morgen.
Erkenntnis des Tages : Auch Pilger altern.
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