Wir
starten beizeiten, denn es geht heute über einen der Cols auf der
Voi Piemont. Und es wird heiß, ungewöhnlich warm für diese
Jahreszeit und Region. Der Start lässt sich gut an, es ist
Pfingstmontag, die Straße bis nach Portet -d' Aspet lä,uft sich
gut, mystisch anmutende bemooste Laubbäume. Das kleine Dörfchen ist
schnell erreicht, verschlafen wirkt es und man hat geht vom
Departement Ariege ins Departement Haute Garonne.
Wir
marschieren eine Kurve nah der anderen und Port- d Aspet wird immer
kleiner, und jetzt kann man auch wieder die schneebedeckten Gipfel
erkennen. Wir befinden uns halt mitten in den französischen
Pyrenäen. Nach etwa zwei Stunden erreichen wir den Col, Radler und
Motorradfahrer sind auch hier, den angekündigten Campingplatz
allerdings mit Bar suchen wir erst mal vergeblich, setzen uns auf
eine schattige Bank unter einem Baum und lassen uns von einem Biker
vorm Gipfelschild fotografieren, Beweis ist Beweis. Da kommt uch
schon recht zügig ein weiterer Pilger anmarschiert, diesmal muss ich
ein Gipfelfoto von ihm schießen. Wir vepern gemeinsam und er
berichtet, dass er schon fast alle französischen, spanischen und
portugiesischen Caminos gepilgert ist. Henry ist 81 und kommt aus
Orleans, und ist fit, Respekt. Nicht lange kommt ein weiterer Pilger
herauf, mann erkennt sie immer an der Muschel am Rucksack, und kurz
danach ein Paar, mit einer Holzmuschel an den Rucksäcken, die machen
keine Pause, grüßen auch nicht und er schaut auch ziemlich grimmig.
Meinem Mann wird’s jetzt zu blöd und mit fünf Pilgern zu viel.
Wir ziehen langsam weiter, Henry ist uns bereits weit voraus. Klar,
jetzt geht’s lange bergab, Rennradler kommen uns freundlich grüßend
entgegen, Motorradfahrer knattern an uns vorbei. Das Monument eines
1995 hier verunglückten italienischen Tour de France Radlers ist
beeindruckend, seit dem Unfall wurde übrigens die Helmpflicht
eingefordert. Es ist heiß, das Wasser geht zur Neige, ich bleib
hier, um den Parkplatz fürs eventuelle Trampen zu nutzen, ein Wagen
hält, allerdings erklären uns die Männer, dass sie Angler sind und
gar nicht in unsere Richtung fahren, öffnen aber kurzerhand den
Kofferraum und holen geben uns aus ihrer Kühlbox eine große Flasche
Wasser. Zweimal strecke ich noch den Daumen raus, vergeblich, wir
ziehen weiter bis wir eine Brücke überqueren und jetzt hält doch
tatsächlich ein Pärchen und nimmt uns bis Juzet mit. Er wandert
selbst oft in den Bergen und kennt das, Hitze, Asphalt , Höhenmeter.
Die Auberge in Juzet ist super, die Wirten spitze, taff, und obwohl
mein Mann immer angibt, kein Französich zu sprechen, versteht er
wohl ihre Frage nach dem Pilgerzimmer oder einem Chambre und
antwortet prompt. Das Zimmer ist schlicht aber sauber. Duschen,
Ruhen, 19.30 Pilgermenü im Gastraum. Perfekt. Man kann zwischen drei
Hauptgerichten zu je 15,- Euro wählen und vielen Desserts.
Mittlerweile-sind wir zu fünft. Henry, der Franzose, der einzelne
Mann vom Col, Italiener, wir beiden und eine junge Französin. Sie
installiert meinem Mann die CaminoApp und es wird ein trotz dreier
gesprochener Sprachen wirklich angenehmer Pilgerabend. Die Wirtin
stempelt die Pilgerpässe und erklärt uns den Ablauf des petit de
jeneurs. Nach dem Essen verschwinden alle schnell in den
Schlafsäcken.

St.Lary
Berg hoch !
am Col
Denkmal
angekommen in Juzet