Der Hausherr füllt uns morgens noch die Wasserflaschen und sperrt das Tor auf. Wir stapfen zurück in die Stadt, nehmen den ersten Bus und fahren ins ca 5 km entfernte Capvern, in der einzigen Boulangerie am Platz frühstücken wir und kaufen ein paar Lebensmittel ein. Wenn man die Orte hier entlang des Weges genauer ansieht, erscheinen viele Häuser verlassen und verfallen, es gibt kaum noch Geschäfte, die Menschen fahren in die Supermärkte an die Peripherie der größeren Städte, geschweige denn eine Bar oder ein Restaurant. Das ist für Pilger schon eine Herausforderung. Du musst immer etwas Proviant und Wasser im Rucksack haben. Was allerdings jeder noch so kleine Ort hat, eine Mairie, oft geschlossen, aber zumindest eine Bank davor und manchmal auch eine Wasserstelle. Heute sind es nicht allzuviel km bis zum Tagesziel und vor allem nicht soviel Höhenmeter. Es geht auf kleinen Asphaltsträßchen durch kleine Weiler mit weidenden Kühen und man hat immer den über 2.000 m hohen Pic du Midi de Bigorre vor sich. Es ist wieder sehr warm, dennoch geht es gut voran und am Campingplatz Le Moulin des Baronnies gibt es ne Pause. Die Gite hier war leider ausgebucht und wir mussten uns bei der Planung eine andre Unterkunft suchen. Dennoch gönnen wir uns Eis plus Cola und vertragen das auch gut. Bald erreichen wir das winzige Dörfchen Bourg-de-Bigorre und La Caminade, unsere heutige Unterkunft, was für eine hübsche Gite und was für nette Gastgeber. Wir haben einen kleinen Rulotte, der etwas abseits des Haupthauses auf einer Wiese steht, genießen die Dusche, leider mangels Badesachen, den Pool nicht und abends gibt’s ein gemeinsames Abendessen mit drei Gängen, selbstgemachte Quiche mit Salat, Hähnchen mit Kürbismouse, und zum Dessert Choclatecookies. Ir sind acht Fuß- und zwei Radpilger, und eine Französin kann gut deutsch und wir kommen angenehm ins Gespräch. Was für ein herrlicher Wandertag.
Erkenntnis des Tages : Ein Pilgertag wie man sich ihn wünscht.
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