21.05.2026 Clermont - Saint Lizier 14,7km
Morgens halten wir uns nicht lange beim Frühstück auf, es geht nach St. Lizier und wird heiß. Wir nehmen Wanderweg, vorbei an einsamen Gehöften, rechts und links viel Grün, herrliche Landschaft. Nur eben ziemlich warm, und mal wieder ein viel zu schwerer Ruksack. Wie man's macht ist's eben falsch. Letztes Jahr musste ich laufend mein Shirt wechseln, da es durchgeschwitzt war und es dermaßen kalt windete dort um Carcassone und Mirepoix, so dass ich unmöglich mit nassem Shirt hätte laufen können. Diese Jahr, mit einigen mehr Shirts im Gepäck schwitze ich ob der Höhenmeter zwar mehr, aber es ist so warm, dass ein Shirt im Nu in der Pause trocknet.
An einem kleinen Gehöft sehen wir einen alten Opa und fragen, ob wir auf seinen vorm Haus platzierten Stühlen eine kurze Pause machen dürfen, er kommt mit dazu, beginnt zu erzählen und ist sichtlich begeistert vom Googleübersetzer. Aber wir müssen weiter. Irgendwann tauchen dann schneebedeckte Berge vor uns auf, der Blick auf die Pyrenäen. Hier unten allerdings wird die Hitze unerträglich, wir schleppen uns hinunter nach Lescure bis zur Mairie, checken den Busfahrplan, füllen die Wasserflaschen und harren eine Stunde fast unbeweglich auf der Bank. Mit dem Bus geht’s dann bis St. Girons und weiter einen breiten Fahrweg am Salat(Fluss) entlang bis an eine Brücke, die hinüber nach St. Lizier führt. Und wie es sich für einen Bischofssitz gehört, natürlich bergauf, ohne Schatten. Die hiesige Pilgerherberge ist in einem ehemaligen Hotel untergebracht, heute Verwaltung und Touristeninformation. Es dauert etwas, bis wir die Schlüssel finden und eine Verantwortliche sich unser annimmt. Die Herberge ist erst ab 17.00 Uhr zugänglich, da wir aber mit Bus abgekürzt hatten, waren wir zu früh. Ohne Bus wäre ich zumindest heute gar nicht angekommen. Michelle, die Ehrenamtliche ist sehr nett, versorgt uns mit Stempel, Infos und ein paar Lebensmittel und Toilettenpapier aus dem abgeschlossenen Vorratsschrank. Meinem Mann geht’s nicht gut, Erkältung, Hitzeschlag, während Michelle und ich alles besprechen, liegt er heiß im Bett und schluckt fleißig Tabletten. Wir brauchen dringend einen Ruhetag !
Die vier Betten hier werden heute voll, spät kommt noch ein französisches Pärchen. Die Herberge ist sauber, es gibt Einmallaken und saubere Decken. Und wir schlüpfen mal wieder zeitig in die Schlafsäcke.
Erkenntnis des Tages: Man darf auch Bus nehmen.
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