Was für ein Tag, gut begann er, Silvie, die Vermieterin, arbeitet in Montrejeau, von dort geht ein Zug nach Lannemezan und von hier ein Bus nach Lortet. So dass wir heute nicht bei der Hitze über die Berge müssen. Die nette Gastgeberin arbeitet als Musiklehrerin an der Musikschule in Montrejeau, sie nimmt uns morgens mit. Wir testen mal wieder französiche Verkehrsmittel und sind erstaunt über Pünktlichkeit und Preise. Anscheinend kostet hier jede Busfahrt, egal wohin, 2,- Euro. In Lortet angekommen geht’s nochmal zwei km leicht bergauf in den Ort. Uns kommen zwei französische Pärchen völlig fertig
entgegen. Sie haben tatsächlich die Strecke über die Berge unter die Füße genommen. Wie froh sind wir, dass wir heute die Pilgerherberge in Lortet gebucht haben. Die finden wir auch schnell und ein Schild Accueil Pelerin grüßt am Eingang. Doch als wir um das Haus gehen und einen geöffneten Eingang zu den Pilgerzimmern entdecken, überkommt uns Ekel, schock schwere Not, was für eine Kaschemme. Schleht reherchiert ? Die bietet auf booking auch Zimmer im Haus an, ein Blick durch verdreckte Fenster, lässt allerdings erahnen, dass es drinnen auch nicht besser aussieht. Zwei versiffte Doppelstockbetten, ein Wäschehaufen, vergammelte Bananen und vertrocknetes Brot auf dem Tisch, irgendetwas Undefinierbares im Kühlschrank. Ich texte die Vermieterin an, in der Hoffnung, dass es die falsche Unterkunft ist und schicke Fotos mit, als diese bestätigt und einlädt, es uns doch schon einmal gemütlich zu machen, verschwinden wir und checken Unterkünfte in der Nähe, da gibt’s aber nichts bezahlbares. In Lannemezan, von wo aus wir heute morgen kamen, gibt’s noch ein Doppelzimmer außerhalb der Stadt für 40,- Euro. Also wieder zwei km bis zum Bus, zwei Stunden warten, und in L. nochmal zwei km bis zur Unterkunft. Ein älteres Ehepaar, ein altes jedoch sauberes Zimmer, ordentliche Betten und saubere
Dusche. Auf jeder Etappe ist einmal der Wurm drin. Die Stimmung im Keller. Die zwei Stunden an der Haltestelle nutzen wir, um den morgigen Tag zu planen. Wir müssen sehr früh los.
Erkenntnis des Tages: Mal wieder zu genau falsch geplant.
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